Am 5. August 1962 wird die kanadische Familie Coulter von der Nachricht zum Tod der über alles geliebten Mutter und Ehefrau erschüttert.
Gleich vorweg sei zum Titel gesagt, dass das Buch außer dem gemeinsamen Todestag überhaupt nichts mit Marilyn Monroe zu tun hat.
Lucy Coulter wird zusammen mit ihrer Freundin auf einem Segelboot tot aufgefunden. Die Untersuchungen ergaben, dass die beiden Frauen alkoholisiert waren und an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben waren. Der Tod bleibt vorerst mysteriös und unbegreiflich für ihren Ehemann Howard und ihre drei Kinder Frankie, den ältesten Sohn, dem vierzehnjährigen Kipper, der das Downsdyndrom hat und der Sonnenschein der Familie ist, und Ethie, der Tochter. Ethie ist elf Jahre alt, und erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht.
Lucy war der Mittelpunkt der Familie Coulter, lebensfroh, schön, humorvoll, und ihr Tod ist ein schwerer Verlust für alle.
Howard, der nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft psychisch schwer angeschlagen aus China zurück kam und das Trinken begonnen hat, droht in eine schwere Depression zu rutschen und scheint damit überfordert, sich um seine Kinder zu kümmern.
Auf langen Spaziergängen im Regen versucht er einen klaren Kopf zu bekommen und überlässt die Kinder sich selbst, bis seine Schwägerin, die Schwester der verstorbenen Lucy sich einmischt und damit droht, ihn bei der Fürsorge zu melden und ihm seine Kinder wegnehmen zu lassen.
Der Tag, an dem Marilyn starb habe ich unmittelbar nach Donna Milners erstem Buch „River“ gelesen.
Auch in ihrem zweiten Roman geht es wieder um Geheimnisse und die Folgen des Verschweigens.
Ein Vergleich zwischen beiden Büchern ist mir nur schwer möglich, zumal Der Tag, den dem Marilyn starb überschattet ist von den Geschehnissen im Krieg und der Gefangenschaft, die bei mir einen schalen Beigeschmack hinterlassen haben, nicht zuletzt, weil ich mich gefragt habe, ob es nicht etwas zu einseitig ist, die japanischen Streitkräfte als die Bösen und die kanadischen bzw. britischen Soldaten als die Guten darzustellen.
Allerdings lautet ein Zitat im Buch auch „keine Seele kommt unversehrt aus dem Krieg zurück“.
Das Buch besteht aus zwei Erzählsträngen, eben rückblickend die Zeit um 1941 als Howard und sein Freund sich bei der Armee gemeldet hatten und unterwegs waren, die Briten zu unterstützen und die folgenden Jahre bis zu seiner Rückkehr, sowie der Gegenwart- der Zeit nach dem 5. August 1962.
Obwohl ich beim Lesen niedergedrückter Stimmung war, hat mich auch dieses Buch wieder überzeugt. Donna Milner hat mich gefesselt und lässt mich gespannt sein auf weitere Werke von ihr, auf die wir hoffentlich nicht allzu lange warten müssen.
