Die Familie Ward betreibt eine Milchfarm in den kanadischen Cascade Mountains. Die vier Kinder und ihre Eltern führen in den 1960er Jahren ein beschauliches Leben und halten zusammen. Natalie ist die jüngste Tochter und durch ein besonders dickes Band mit dem ältesten Bruder (Boyer) verbunden, der ihr schon früh das Lesen beigebracht hat. Das Mädchen ist eine Außenseiterin, die in der Schule gehänselt wird und sich nach den Stunden im Kreis ihrer Familie sehnt, in dem es friedlich zugeht und sie glücklich ist.
Eines Tages taucht River bei ihnen auf, ein junger Mann, der Amerika verlassen hat, um gegen den Krieg zu protestieren und nicht eingezogen zu werden. Der Amerikaner beginnt als Hilfsarbeiter auf der Farm und fügt sich in das Familienleben ein. Das Leben auf der Farm scheint glücklich zu sein. Bis etliche schreckliche Umstände das Leben jäh ändern und in ganz andere Bahnen lenkt.
Die Geschichte wird aus Natalies sicht erzählt, die mit 17 Jahren die Farm der Eltern verlassen hat und seither weit weg von zu Hause lebt.
Es gibt einerseits rückblickend die Vergangenheit, in der man alles wissenswerte über die Familie Ward erfährt, andererseits die Gegenwart.
Donna Milner hat mich mit River absolut überzeugt.
Wenn ich auch zu Beginn noch dachte, dass mir die Geschichte etwas zu gemächlich erscheint, habe ich beim Lesen doch schon recht bald gespürt, dass sich da etwas anzubahnen scheint – und natürlich wollte ich wissen was.
Den Protagonisten hat Donna Milner so viel Leben eingehaucht, dass ich das Gefühl hatte, jeden zu kennen.
Ich habe durchgelesen bis morgens um vier, weil ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Glücklicherweise habe ich Donna Milners nächstes Buch “Der Tag, an dem Marilyn starb” auch hier.
River ist ein sehr gefühlvolles Buch, man kann nicht anders als sich zu wünschen auch zur Familie Ward zu gehören, auch wenn diese Geschichte zeigt, wie Geheimnisse und fehlende Kommunikation dazu führen, Leben zu zerstören und Möglichkeiten und Chancen verstreichen zu lassen.
Absolut zu empfehlen!