Kurzbeschreibung
Filme können Familien retten!
Eine herzerwärmende, witzige und auch nachdenkliche Hommage eines Vaters an seinen Sohn. Ein Hörbuch voller Lebensweisheit, das uns allen bestätigt, dass wir weder als Eltern noch als Kinder perfekt sein müssen. Und dass Filme Familien retten können. Jesse verlässt die verhasste Schule – mit Erlaubnis des Vaters! Um den Kontakt zu seinem Sohn nicht zu verlieren, trifft David mit seinem Sohn ein außergewöhnliches Abkommen:
1. Keine Drogen! und 2. der „Unterricht“ wird anhand von 3 Filmen pro Woche weitergeführt. Mit wachsender Begeisterung für die Filme und die gemeinsam gestalteten Stunden macht sich Jesse auf eigene Liebes- und berufliche Wege, um schließlich eine überraschende Entscheidung zu treffen…

Meine Meinung:
David Gilmour (nicht der von Pink Floyd, sondern ein kanadischer Filmkritiker und Autor) erzählt in unser allerbestes Jahr wie sein Sohn die Schule geschmissen hat und Vater und Sohn eine Vereinbarung getroffen haben: Sie sehen sich pro Woche drei Filme zusammen an.
So verbringen sie viel Zeit miteinander, reden, diskutieren, sind sich nahe.
Jeder, der Kinder im Teenageralter hat, kann nachvollziehen, welche Ängste der Vater um seinen Sohn hat, er könne abrutschen und in schlechte Gesellschaft kommen, sich seine Zukunft verbauen, wenn er keinen Schulabschluss hat.
Ich bewundere die Geduld, die Davod Gilmour mit seinem Sohn hatte, weil es sich nicht nur um ein Jahr gehandelt hat, in dem sein Sohn teilweise perspektivlos war. Auch Jesse, der Sohn, ist etwas besonderes, weil er sich seinem Vater in Dingen wie Liebeskummer öffnet, ihm vertraut und sich größtenteils an die Vereinbarungen hält, die zu Beginn des Filmclubs getroffen wurden.
Anfangs hat mir Gilmours Stil nicht besonders gefallen. U.a. deshalb, weil in der ersten Hälfte des Buches zu viele Klammern mit Text gefüllt sind, was ich als störend empfunden habe, aber man gewöhnt sich daran, zumal es gegen Ende nachlässt.
Unser allerbestes Jahr ist wahrscheinlich sehr viel besser verständlich, wenn man ein ebensolcher Cineast ist wie Gilmour, was ich leider nicht bin. Ich muss jede Menge Filme nachholen. Dennoch ist auch für mich nachvollziehbar, was Gilmour beschreibt, wenn es um Spannungserzeugung wie Kameraeinstellungen, etc geht.
Für die knapp 250 Seiten habe ich keine 24 Stunden gebraucht, und gegen Ende des Buches war ich richtig berührt und habe die Meinung, die ich zu Beginn hatte, geändert.
Es ist kein Roman und keine erfundene Geschichte, sondern ein Bericht über die Zeit Gilmours mit seinem Sohn – über Unterstützung und Halt, die der Vater dem Heranwachsenden gibt, in der der Junge ebensoviel lernt wie der Vater. Genauso kann ich mich in Jesse hineinversetzen, weil ich auch zu der Sorte derer gehört habe, die die Schule geschmissen haben und erst später darauf gekommen sind, wie wichtig Bildung ist.
Den Kids auf der ganzen Welt wäre ein solcher Vater zu wünschen. Leider hat aber nicht jeder die Möglichkeit, sich so zeitintensiv um sein Kind zu kümmern. Das gibt auch mir etwas zu denken und macht mir mal wieder ein schlechtes Gewissen.
Unser allerbestes Jahr könnte ich mir gut als Pflichtlektüre für Eltern vorstellen 